Bewusster durch Zero Waste?!

Mittwoch, 25. Oktober 2017
Wie bereits in meinem ersten Zero Waste Post angekündigt, nun ein paar Worte zu etwas, was mir, seit ich Zero Waste lebe, auffällt. Das ist ein steigendes Bewusstsein für den ganzen Plastikmüll, der anfällt, für das, was ich kaufe, und dafür, wie Dinge verpackt sind.
Früher habe ich auf das Produkt geschaut und die Verpackung häufig ignoriert. Aber natürlich kauft man auch diese. Und auch diese kann schlecht für die Umwelt sein, selbst wenn das Produkt darin Bio und noch so nachhaltig ist. Oder aber mir war bei einigen Produkten komplett nicht bewusst, dass ich sie eigentlich nicht brauche, aber durch ihre Anschaffung im Endeffekt noch mehr Müll mache.
 
Mir ist heute insgesamt viel bewusster, wie viel wir eigentlich wegwerfen. Welche Müllberge anfallen. Und wie viel davon wir vermeiden könnten. Früher ist der Müll bei mir einfach in der Tonne gelandet und war vergessen. Aber ich denke, da habe ich es mir etwas zu leicht gemacht. Schließlich ist es an dieser Stelle nicht vorbei, auch wenn ich meinen eignen Müll nicht mehr sehe.
  

Es ist nicht so, dass mich Plastikmüll, bevor ich mit Zero Waste begonnen habe, komplett kalt gelassen hätte. Natürlich war mir seit jeher klar, dass Plastik schlecht für die Umwelt ist, und auch da habe ich es zum Teil schon versucht, zu vermeiden. Ich habe zum Beispiel ein Seifenstück zum Duschen verwendet, anstatt Shampoo und Duschbad in Plastikflaschen zu kaufen, oder Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt möglichst unverpackt gekauft. Und das sind ja auch alles ganz wunderbare Ideen, um Plastikmüll zu vermeiden und ich freue mich, dass ich das schon länger so gemacht habe, und über das ganze Plastik, was allein schon für Shampooflaschen draufgeht, das ich nicht gekauft habe.
Was mir aber sehr auffällt ist, dass ich dagegen bei anderen Verpackungen kaum berücksichtigt habe, dass diese aus Plastik sind. Zum Beispiel habe ich immer das Knäckebrot der billigen Eigenmarke gekauft und nicht berücksichtigt, dass das teurere Knäckebrot daneben in Papier verpackt ist. Dass es im Bioladen auch Reis in einer Papierverpackung gibt, wäre mir kaum aufgefallen, oder zumindest wäre es nichts gewesen, dass meine Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst hätte.
 
Ich meide, seit ich Zero Waste lebe, auch Schnickschnack, den man sich kauft oder irgendwo geschenkt bekommt. Schließlich landet das alles recht bald auf dem Müll und meist ist es Plastik. Das sind keine Dinge, die ich wirklich brauche. Sondern sind es zum einen Dinge, die ich geschenkt bekomme. Irgendwie scheinen wir Menschen da schon total drauf gedrillt zu sein, alles mitzunehmen, das wir irgendwo gratis bekommen, sodass wir kaum darüber nachdenken, ob wir es wirklich besitzen möchten. Oder zum anderen sind es Gegenstände, die irgendwie zwar ganz nett, aber kaum sinnvoll, zu besitzen, sind, und deren Kauf eine Art Belohnung darstellen soll. Ob man, wenn sich bald der kleine Belohnungskram zu Hause häuft, noch so glücklich damit ist, sei mal dahin gestellt. Das sind für mich beides keine guten Gründe, sich neue Dinge zuzulegen und damit noch mehr Müll zu machen.
Und das, was kein Schnickschnack ist, bekommt man häufig auch gebraucht. Ich habe auch früher schon viele Second Hand Kleidungsstücke oder auch andere gebrauchte Sachen gekauft, aber seit ich Zero Waste lebe, denke ich, sobald ich etwas kaufen will, automatisch: "Vielleicht bekomme ich das ja irgendwie gebraucht?" Und wenn nicht gebraucht, bekommt man viele Dinge auch in einer nachhaltigeren Ausführung. Oder am besten - man hat bereits einen Gegenstand zu Hause, den man dafür verwenden, zweckentfremden oder upcyclen kann.
 
Ich merke, dass mir, sobald Zero Waste eine andere Priorität bekommen hat, noch viel mehr aufgefallen ist, was mir sonst nicht aufgefallen wäre. Nicht nur, dass ich feste Gewohnheiten habe, welchen Reis ich kaufe - den in Plastik oder den in Papier oder am besten den unverpackten im Unverpacktladen-, auch bei anderen Entscheidungen berücksichtige ich nun den Müllaspekt, wie eben, wenn ich einen neuen Gegenstand kaufen möchte. Plötzlich ist das Thema viel präsenter und ich kann Müll vermeiden, bei dem mir vorher gar nicht bewusst war, dass ich ihn mache.
 
Plötzlich gefällt mir die Idee, wenig zu besitzen, viel besser. Denn, wie gesagt, alles was wir kaufen, ist am Ende doch irgendwann Müll. Und am Anfang wurden für die Produktion Ressourcen aufgewandt, die vielleicht gar nicht zu verbrauchen nötig gewesen wären, wenn wir diese Sache gar nicht benötigt hätten. Früher konnte ich mit Minimalismus nicht viel anfangen, aber vor diesem Zero Waste  Hintergrund finde ich die Idee, nur das Nötige zu besitzen, ziemlich genial. Natürlich leben nicht alle Minimalisten Zero Waste und es stecken häufig (auch) andere Motivationen dahinter, aber in Kombination mit Zero Waste hat es für mich etwas Faszinierendes. Da mich dieses Thema gerade sehr interessiert (und euch vielleicht auch), gibt es da in den nächsten Woche ebenfalls Blogposts zu.

Auf diese Weise hat Zero Waste mir geholfen, einige Aspekte meines Konsums bewusster wahrzunehmen, und so auch ein Stückchen achtsamer zu leben. Ich gehe nun mit etwas offeneren Augen durch die Welt, wenn es um die Themen Kauf, Wegwerfen und Plastik geht. Die Thematik hat eine viel größere Relevanz für mich, sodass ich auch Müll vermeiden kann, bei dem mir zuvor gar nicht aufgefallen wäre, dass ich ihn mache.

Kommentare:

  1. Vielen Dank! :-)

    Toll, dass du solche Themen ansprichst. Ich finde diese ganzen Verpackungen schrecklich... Süßigkeiten, bei denen kleine Tütchen in größeren Tütchen verpackt sind. Äpfel in Plastiktüten. Bananen, die Geschält und dann in Plastik verpackt wurden (Wo steckt der Sinn? Ob man die Schale abmacht oder die Packung aufreißt... einen Handgriff sparen tut's nicht...). Dinge, die sinnlos die Umwelt verschmutzen.
    Mit den Kleinen Dingen, die man geschenkt bekommt oder sich einfach so kauft ohne Nachzudenken, hast du mich auf einen ganz neuen Gedanken gebracht. Erst gestern habe ich bei einer Kaufhauseröffnung in meiner Stadt einen kleinen Taschenspiegel als Werbegeschenk bekommen. Brauch ich den? Nö... benutze eh nie einen, und das weiß ich, weil ich schon einen habe. Da hätte ich also auch gut drauf verzichten können.

    Was Möbel, Kleidung usw. betrifft, verwende ich vieles schon wieder. Ich liebe es, Kommoden und Schränke anzumalen, aufzupimpen oder mit Details zu verzieren. So lässt sich vieles aus dem Keller der Eltern oder von Ebay Kleinanzeigen total gut wiederverwenden. Kleider Secondhand kaufen hat den Vorteil, dass man nicht nur das tragen muss, was gerade Trend ist, sondern einfach schaut, was man mag. Und es ist ganz nebenbei auch noch günstiger.

    Hach, ich könnte ewig weiter schreiben... :D Sehr schön jedenfalls, dass du auf deinem Blog darauf aufmerksam machst. :-)

    Liebe Grüße <3

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    1. Achja und - du bist die, die früher immer mal wieder Posts über lange Haare gemacht hat... aber nicht auf diesem Blog, oder? :D Dein Gesicht kommt mir sehr bekannt vor :P

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    2. Ja genau, die bin ich, aber seit einem Monat mit neuem Blog :) Wobei ich den alten Blog ja auch nur noch sporadisch weitergeführt hatte.
      Schön, dass dich der Blogpost zum Nachdenken gebracht hat :-)
      Das ist schön, Dinge pimpen und wiederverwenden. Ich war da bisweilen etwas zu faul für, wobei es ja auch eigentlich Spaß macht, beginne aber so langsam. Ich habe mir jetzt zum Beispiel aus einem alten Halloweenkostüm (Hexenkleid) einfach ein neues (Vampirumhang) genäht.

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